Joy

Eigentlich mehr ein Drama, dieser Film, als eine Komödie (wie man zuerst vermuten mag). Sympathisch an dem Film finde ich die unkonventionelle Story: Eine junge Frau, die noch bei ihren Eltern wohnt, ihr Ex-Haberer hat tatsächlich im Keller eine Bleibe gefunden (!sic), versucht sich als Erfinderin und Entrepreneur. Sie erfindet einen praktischen Wischmop und entwickelt diesen zur Marktreife und vermarktet diesen dann auch. Dabei hat sie eine Reihe von Hindernissen zu bewältigen.
Und hier fangen auch schon die Probleme des Films an. Denn gerade bei diesen Hindernissen merkt man dann die Schwächen der Umsetzung. Diese wirken gestelzt, aufgesetzt, in ihrer Drastik teils absurd. Diverse Charaktere handeln derart dumm, das die Glaubwürdigkeit des Films aufs Spiel gesetzt wird. Am schlimmsten der Vater der Frau, gespielt von Robert de Niro. Er agiert hier als unglaublicher Waschlappen, der sich zuerst auf fast debile Art von seiner Halbschwester für ein abgekartetes Spiel einspannen lässt. Später, als das Projekt gescheitert scheint, fällt er seiner Tochter in den Rücken und distanziert sich von ihr auf ekelhafte Weise. Ähnlich dumm die Darstellung eines feindlichen Geschäftspartners. Zuerst klug überlegte Schachzüge, um die Marktbegleiterin auszunutzen. Später gibt dieser ohne Grund in einer Verhandlung klein bei – inkonsistent.
Ganz schlimm wird es an einem Punkt, an dem alles verloren scheint. Es ist überhaupt nicht alles verloren, es gibt viele Punkte, an denen man ansetzen und kämpfen kann. Stattdessen herrscht dumme Ratlosigkeit. Erst als sich die Frau die Haare abschneidet, wird alles wieder gut.
Fazit: Eine gute Idee für eine Geschichte, mit einer starken Frau als Hauptcharakter, ohne irgendwelche Männergeschichten und -abhängigkeiten (was für eine Wohltat), aber stellenweise sehr schwaches Buch und schwache Regie. Schade, denn an den Schauspielern lag es nicht.