Kundun

Kundun ist ein schon etwas älterer (1997) Film von Martin Scorsese, welcher das Leben des aktuellen Dalai Lama von seiner Kindheit an bis zur (damaligen) Gegenwart erzählt. Tatsächlich hat sich laut meiner Recherche im Leben des Dalai Lama seit dem nicht so viel getan. Er lebt nach wie vor im Exil in Indien, genau so wie damals zum Zeitpunkt der Entstehung des Films, und genau so wie schon weitere fast 40 Jahre zuvor. In den letzten Jahren hat sich der Dalai Lama außerdem aus dem öffentlichen Leben stark zurückgezogen (vermutlich aus gesundheitlichen Gründen).

Ich habe mir einen Film erhofft, der mir auch den Buddhismus und seine Lehren etwas näherbringt. Dies war aber weniger der Fall. Es ging tatsächlich hauptsächlich um ihn als Mensch, und um seinen Werdegang als spiritueller Führer des Buddhismus. Ja, man erfährt im Zuge dessen einiges über diese Religion, zum Beispiel über die Entscheidung des neuen Dalai Lama, sowie auch über die verschiedenen Rollen und Mechanismen in diesem System. Das ist aber nicht das Hauptthema – mehr im Fokus ist seine persönliche Entwicklung und dann im späteren Verlauf des Films ganz stark der Konflikt mit China.

Dennoch habe ich den Film genossen – er lässt sich Zeit, diese Geschichte zu erzählen, und beeindruckt mit wunderschönen Bildern von Naturlandschaften & religiösen Zeremonien. In meiner nachfolgenden Recherche über den Film habe ich erfahren, dass der Film keinen großen kommerziellen Erfolg hatte, was zu großen Teilen daran lag, dass Disney, welches die Vertriebsrechte an diesem Film hält, aus diplomatischen Gründen keine große Marketingkampagne gefahren hat und ihn nur in ganz wenigen Kinos gezeigt hat. China hat gegen den Film protestiert und den Film im eigenen Land boykottiert – der Konzern wollte sich aus geschäftlichem Interesse nicht mit dem Land anlegen.