The White Lotus

The White Lotus ist eine nette kleine Mini-Serie, die sich um die Vorkommnisse eines Luxus-Resorts auf Hawaii dreht. In nur 6 Folgen werden parallel die Lebensituationen und Persönlichkeiten verschiedener Gäste dargestellt. Die Stories bleiben weitestgehend getrennt, mit einigen wenigen Überschneidungen wie zum Beispiel den allgegenwärtigen Hotelmanager.

Der Comedy-Faktor der Serie ist gut und auf einem hohen Niveau. Es ist primär schwarzer Humor, der einem da jede Folge entgegenrinnt, und klarerweise tun sich bei jedem der betrachteten Gäste mit der Zeit immer größere Abgründe auf. Ich kann mich erinnern, dass mich eine spezielle Folge (die vierte) da richtig krass gepackt hat, in einer Art und Weise, die mich dann in fast depressiver Stimmung zurückgelassen hat. Aber wenn man so Personen und Familien sieht, die es „geschafft“ haben, und hier auf dem Resort so richtig luxuriös abhängen können eigentlich allesamt frustriert, traurig und ziellos sind, dann schaffen es solche Episoden mich dann immer wieder selbst über mein Leben und meine Ziele zu reflektieren.

Was man kritisch anmerken könnte, ist dass ich mittlerweile ein bisschen abgehärtet bin, was aufregende Serien-Plots betrifft. Ich denke, jeder der einen Kurs für Drehbuch-Schreiber besucht, wird wahrscheinlich ein Kochrezept für das Schreiben einer packenden Serie bekommen, dass dann eben jene verschiedenen Story-Elemente enthält, die man dann in einer Serie wie dieser eine nach der anderen präsentiert bekommt – desolate Beziehungen, kaputte und suchtgetriebene Persönlichkeiten, Sinnsuche, verheimlichte Sehnsüchte, etc etc – im Endeffekt muss  man „nur“ eine große Anzahl an solchen Ideen sammeln und dann handwerklich geschickt der Reihe nach Stück für Stück dem Zuseher präsentieren – und als soziales Tier sind wir dann automatisch „gefesselt“ von den Ereignissen. Genauso scheint es mir hier. Wenn es dann in einem ansprechenden Setting, technisch gut und mit schwarzem Humor gespickt präsentiert wird, funktioniert das einfach. Es funktioniert – hinterlässt bei mir aber dann doch einen etwas schalen Beigeschmack.